albuskjell 1/6 A

2008/06/30

Project content

Möglichkeiten einer sinnvollen Nachnutzung von Modulen der Ölplattform Albuskjell 1/6A.

Models

Die Natur nutzt den „Schrott“, den die Menschen hinterlassen, optimal aus. Korallen ziehen Lebewesen in unterschiedlicher Größe an, womit der Prozess einer kontinuierliche Besiedelung vollzogen wird. Als Vorbild eines systematischen Aufbaus, der Vermehrung oder auch Zerstörung von Strukturen wird die grundsätzliche Strategie der Besiedelung von Korallen übernommen und auf menschliche Bedürfnisse abgestimmt. Dabei soll aber keine plakative Form der Besiedelung von Korallen übernommen werden. Auch die Form und Gestalt von Korallen spielen in meinen Überlegungen für eine Besiedelung der Albuskjell 1/6 A durch den Menschen keine Rolle. Vielmehr soll die Strategie des Anheftens und Nutzens von bestehenden Strukturen für menschliche Anwendungen und Funktionen übersetzt werden.

Transformation

Die Albuskjell 1/6 A wird mit Schleppschiffen in den Gandsfjord gezogen und zur Nachnutzung auf der Insel Store Marøy um 90 Grad transformiert. Dadurch bieten die einzelnen Geometrien der Module neue Vorraussetzungen für eine Besiedelung. Die Plattform, auf welcher die verschiedenen Container stehen, wird zur Fassade. Die Raumcharakteristik der Container ändert sich. Die Geschosshöhe wird zur Tiefe des neuen Raumes.  Die Transformation verlangt trotzdem statische Maßnahmen zur Kraftableitung. Ein vertikaler Bohrturm bietet durch die Drehung  neue Möglichkeiten zur Nutzung. Dies setzt eine neue Form der Erschließung voraus, in der die Albuskjell 1/6 A auf eine neue Interpretation erlebbar gemacht wird. Die Durchwanderung der Module ermöglicht an jedem Punkt neue Perspektiven.

The facade

Durch die Transformation wird die Plattform zur Fassade. Um die resultierende Horizontalkraft der transformierten Gesamtstruktur zu verringern, muss das Gewicht in der Plattform erhöht werden. Hierbei sorgen Flaschenzüge für eine Erhöhung des Gewichts bei gleichzeitiger Entlastung der Struktur. Die Gewichte sollen als gebündelte Bohrköpfe gestaltet werden. Außerdem befindet sich die Zugangsbrücke sowie ein Sitzpark an der Fassade. Die Gesamtkonstruktion wird in Horizontalrichtung mittels 50m langen Gelenksträgern in stabiler Position gehalten.

Der Schiffsbauch

Die tiefer gelegenen Container der transformierten Struktur werden als Schwimmkörper ausgeführt. Das Schwimmkriterium setzt ein Gleichgewicht zwischen dem Auftrieb des Wassers und dem Gewicht der schwimmenden Struktur voraus. Die Innenseite der Module wird mit einem wasserdichten Anstrich versehen und mit Druckplatten verkleidet. Die Druckplatten werden durch eine Gitterkonstruktion (Spanten) an die Innenseite der Containerwände gepresst. Gemäß des linear ansteigenden Wasserdrucks werden die Gitterabstände nach oben hin immer größer.

Die Besiedelung

Die kontaminierte Infrastruktur der Albuskjell 1/6 A wird ausgebaut und entsorgt. Es sind nur noch Überreste vorhanden, welche auf die Form und Größe der verlorenen Teile schließen lassen. Diese “Fußabdrücke” stellen die Grundlage der Entwurfsstrategie dar. Die Besiedelung wird als Weg durch die Ölplattform vollzogen. Die Besiedelungselemente nehmen Bezug auf die verlorene Infrastruktur.

 

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